On the top - der Jebel Jais (Jebel al Jais)

Wer zum ersten Mal in die Vereinigten Arabischen Emirate und nach Ras al Khaimah kommt, der bringt natürlich auch seine ganz persönlichen Vorstellungen davon mit, was ihn hier zwischen Meer und Wüste erwartet. Moderne Malls in aufstrebenden Städten und orientalische Hotelpaläste an endlosen Stränden, sowie jede Menge Sand und Sonne bestimmen das allgemein gültige Bild der Region. An Berge denkt wohl zunächst einmal niemand, wenn er in die Emirate reist. Doch es gibt sie, und zwar nicht nur Sandberge. Faszinierende Landschaften, bizarre Felsformationen, versteckte Dörfer und Aussichten, die spektakulärer kaum sein könnten - all das findet man, wenn man sich aufmacht, das etwas andere Ras al Khaimah zu entdecken.

Ungeahnte Vielfalt

Der Jebel Jais (Jebel al Jais) in Ras al Khaimah ist mit 1934 Metern Höhe nicht nur die höchste Erhebung in den Emiraten, sondern auch eine der eindrucksvollsten Möglichkeiten, einen spannenden Ausflug in die unbekannten Regionen der VAE zu unternehmen.

Einst kaum zugänglich, wurde das Gebiet in jüngster Zeit durch eine moderne Straße erschlossen, die auf atemberaubende Weise auf den Gipfel führt. Scheinbar nicht enden wollende 35 Kilometer schlängelt sich das Asphaltband entlang gigantischer Felswände und bedrohlich wirkender, steil abfallender tiefer Schluchten, vorbei an kleinen, terrassenförmig angelegten grünen Feldern und einsamen Dörfern, die wie überdimensionale Vogelnester an den Abhängen kleben. Die Häuser scheinen geradezu aus den Felsen herauszuwachsen, und wie die Oasen in der Wüste, so sind diese in Stein gemeißelten Bauwerke ein Refugium für alle, die in dieser nur vermeintlich unwirklichen Gegend unterwegs sind.

Die aufregende Fahrt durch scharfe Haarnadelkurven und über lange Streckenabschnitte, die ein unvergleichliches Panorama bieten, ist nicht nur motorisiert ein unvergessliches Erlebnis. Ein gewisses Training vorausgesetzt, ist ein Ausflug auf den Jebel Jais (Jebel al Jais) auch mit dem Mountainbike eine Herausforderung, die jede Anstrengung lohnt. Für Wanderer und Kletterer bietet der imposante Berg ebenso ausreichend Gelegenheit, sowohl die Kondition als auch die bergsteigerischen Fähigkeiten auf die Probe zu stellen und dabei immer wieder die einmalige Aussicht zu genießen. Genauso wie es die nicht selten an den unmöglichsten Stellen anzutreffenden Bergziegen tun.

Grandiose Panoramen und Schnee auf dem Dach der Wüste

Von den touristischen Massen noch weitgehend unentdeckt, bietet die Landschaft aber nicht nur grandiose Ausblicke, sondern auch viel nahezu unberührte Natur, die sich für ein Picknick unter strahlend blauem Himmel unweigerlich anbietet. Vergessen sollte man bei einem Trip auf das Dach der Emirate neben ausreichend Verpflegung aber auf keinen Fall, etwas wärmere Kleidung einzupacken (Frühjahr, Herbst und Winter). In einer Höhe von fast 2000 Metern sind die Temperaturen doch um einiges niedriger, als in den Wüstengebieten der Ebene. Sogar Schnee ist auf dem Jebel Jais (Jebel al Jais) an manchen Tagen möglich. So wird ein Ausflug in dieses einmalige Gebirge zu einer Reise in eine andere Welt. Eine Welt, die sich so grundlegend von dem unterscheidet, was man eigentlich von den Emiraten und Ras al Khaimah erwartet hatte.

Straße auf den Jebel Jais (Jebel al Jais) zu über 80 % fertiggestellt

Wie der Direktor des Ministeriums für öffentliche Bauten von Ras al Khaimah, Ahmad al Hamadi, im November 2014 bekanntgab, sind mittlerweile 30 Kilometer der Straße, die auf den mit 1.900 Metern höchsten Berg der VAE, den Jebel Jais (Jebel al Jais) führt, fertiggestellt. Die Frage, wie lange für die verbleibenden knapp sechs Kilometer der insgesamt 36 Kilometer langen Strecke noch benötigt werden, können die Experten jedoch nicht abschließend beantworten, da in dem unwegsamen und steinigen Gelände immer wieder unvorhersehbare Probleme auftauchen. Bei Baubeginn im Jahre 2004 war deshalb auch kein fester Fertigstellungstermin angegeben worden.

Die Fahrzeit für einen Ausflug von Ras al Khaimah-City auf den Gipfel des 25 Kilometer von der Hauptstadt entfernt liegenden Jebel Jais (Jebel al Jais) verringert sich durch die neue, bis auf eine Höhe von 1.800 Meter führende Straße ganz erheblich. Weniger als 45 Minuten sollen in Zukunft ausreichen, um aus der Stadt in das Naturparadies zu gelangen.

Der Bau der Panoramastraße ist die Grundlage für zahlreiche weitere Projekte in diesem landschaftlich äußerst reizvollen Teil Ras al Khaimahs. Es ist geplant, das Gebiet zu einer der bedeutendsten Touristenattraktionen des Landes auszubauen. Auf dem Berg sollen nicht nur neue Hotels und Touristen-Resorts, sondern auch Raststätten, Ausflugslokale und Notfallstationen entstehen. Die nötige Infrastruktur wie Strom– und Wasserleitungen, Abwasserrohre und Straßenbeleuchtung, sowie zahlreiche Stützmauern an den steilen Felswänden, ist nach Angaben al Hamadis ebenfalls Teil dieses ambitionierten Projektes.