Nationalmuseum von Ras al Khaimah - Al Hisn Fort

Die Geschichte: Von der Verteidigungsanlage zum Nationalmuseum

Alten Quellen ist zu entnehmen, dass es schon vor Jahrhunderten eine mächtige Verteidigungsanlage in Ras al Khaimah gegeben hat. Dieses erste Fort wurde jedoch 1621 von den Portugiesen zerstört. Etwa 100 Jahre später kamen die Perser und machten sich daran, Ras al Khaimah zu besetzen. Zu diesem Zweck errichteten sie zunächst ein Feldlager, das zwischen 1809 und 1819 zu einer mächtigen Wehranlage ausgebaut wurde. Doch auch dieses imposante Bauwerk sollte nur kurz seiner Bestimmung gerecht werden. 1820 waren es die Briten, die sich von den starken Mauern nicht beeindrucken ließen und sie mit ihren Kanonen zum Einsturz brachten.

Von diesem Rückschlag ließen sich die Bewohner und Regenten von Ras al Khaimah nicht beeindrucken und machten sich schon bald an die Rekonstruktion des Al Hisn Forts. Größer und schöner als zuvor, diente es in der Folgezeit der Herrscherfamilie der al-Qasimi als repräsentativer Wohnsitz. 1964 erschien es Scheich Saqr bin Mohammed al-Qasimi jedoch angebracht, die alten Mauern zu verlassen und in einen moderneren Palast in Mamoura umzuziehen.

Danach diente es zunächst noch der Polizei als Hauptquartier und Gefängnis, bevor es im Jahr 1987 endlich zum Sitz des Nationalmuseums von Ras al Khaimah gemacht wurde.

Seit dieser Zeit wurde die Sammlung stetig erweitert und konnte durch zahlreiche Sonderausstellungen das Interesse der Besucher wecken. Heute beherbergt das Nationalmuseum von Ras al Khaimah eine große Anzahl an beeindruckenden Exponaten, die eine anschauliche Vorstellung davon vermitteln, was in der spannenden und wechselvollen Geschichte des Emirates so alles geschehen ist.

Imposante Architektur mit raffinierten Details

Wie die meisten anderen historischen Gebäude in der Altstadt von Ras al Khaimah, wurde auch das Al Hisn Fort, in dem sich heute das Nationalmuseum befindet, aus Korallengestein errichtet. Der aus dem Meer gewonnene Baustoff zeichnet sich nicht nur durch sein relativ leichtes Gewicht, sondern auch durch seine hervorragenden Dämmfähigkeiten aus. Bauten aus diesem Material halten die Räume in den heißen Sommern angenehm kühl und sorgen in der kälteren Jahreszeit dafür, dass niemand frieren muss.

Besonders auffällig ist der massive rechteckige Turm, der den ältesten Teil der ehemaligen Verteidigungsanlage darstellt und einst außerhalb der Stadtmauern stand. Seine Fundamente datieren noch aus der Zeit vor der Zerstörung durch die Briten im Jahre 1820, während alle anderen Teile des Gebäudes aus der Epoche des Wiederaufbaus nach dem Friedensvertrag mit der Kolonialmacht stammen. Die neueren zweistöckigen Bauten gruppieren sich um einen zentralen Innenhof und bilden so ein interessantes architektonisches Ensemble. Komplettiert wird die Anlage durch einen weiteren, kleineren Turm, der gegenüber dem alten Wachturm errichtet wurde, und einen „Windturm“, der als traditionelle Klimaanlage betrachtet werden kann. Die offenen Seiten dieses Turmes fangen die aus allen Himmelsrichtungen wehenden kühlen Winde ein, die dann gebündelt und durch ein ausgeklügeltes Belüftungssystem in die darunter liegenden Wohn- und Arbeitsräume geleitet werden. Diese Einrichtung, die auch in anderen Bauten der Region zu finden ist, machte das Leben in den traditionellen Häusern besonders in den heißen Sommermonaten sehr viel angenehmer. Im Winter wurden die Seitenwände des Turmes einfach mit Matten oder Brettern verschlossen und die „Klimaanlage“ so abgestellt.

Bei den letzten Restaurierungsarbeiten ist verstärkt darauf geachtet worden, traditionelle Baukunst und alte Handwerkstechniken einzusetzen, um den authentischen Stil der alten Mauern zu erhalten. So entsteht bei den Besuchern ein lebhafter Eindruck vom Leben in früheren Zeiten.

Geschichte anschaulich gestaltet: die Ausstellungen im Nationalmuseum von RAK

In den Ausstellungsräumen des Nationalmuseums von Ras al Khaimah, die sich alle um den idyllischen Innenhof gruppieren, finden die Besucher eine spannende Mischung von Exponaten, die viel von der bewegten Geschichte des Emirates erzählen. Die zahlreichen archäologischen Fundstücke aus der frühen Besiedlung des Gebietes, die historischen Dokumente und die interessanten Alltagsobjekte, die viel davon erzählen, wie das Leben der vorherigen Generationen ausgesehen hat, bringen die Besucher zum Nachdenken und Staunen.

Viele der Ausstellungstücke wurden dem Museum von der Herrscherfamilie der Qasimi und anderen Einwohnern des Emirates zur Verfügung gestellt. Doch auch durch großzügig geförderte Forschungsprojekte und Ausgrabungen konnten interessante Erkenntnisse gewonnen und viele Artefakte aus dem Wüstensand geborgen werden, die heute dazu beitragen, dass die Museumsbesucher die Geschichte Ras al Khaimahs besser verstehen.